Segelfliegen lernen

Die Ausbildung zum Segelflugzeugführer darf mit 14 Jahren begonnen werden. Für den Scheinerwerb ist ein Mindestalter von 16 Jahren vorgeschrieben.

Alle Flugschüler beginnen ihre Ausbildung auf dem vorderen Sitz unserer ASK13. Nach ca. 50-100 Flügen und wenn das fliegerische Tauglichkeitszeugnis vorliegt, dürfen sie zum ersten Mal alleine die ASK13 fliegen. Der erste Alleinflug ist immer ein großes Ereignis im Leben eines jeden Fliegers und wird auch entsprechend der segelfliegerischen Tradition gefeiert. Nach dem dritten Alleinflug gilt die sogenannte A-Prüfung als bestanden.

Es folgen dann weitere fliegerische Übungen, z.T. im Alleinflug, z.T. wieder mit Fluglehrer, die mit der B-Prüfung beendet werden. Hier geht es vor allem um das Erlernen von Thermikflügen und der präzisen Beherrschung des Flugzeugs. Die C-Prüfung beinhaltet dann noch spezielle Manöver und einen 50km-Überlandflug ohne Fluglehrer; dieser Flug wird im Aero-Club Heidelberg auf der K8 absolviert. Vereinsintern wird außerdem ein ununterbrochender Alleinflug über eine Dauer von fünf Stunden gefordert. Außerdem wird meist noch neben den sonst üblichen Starts an der Seilwinde eine Berchtigung für den Start hinter einem Motorflugzeug (Flugzeugschlepp) erworben.

Begleitend erfolgt (meist in den Wintermonaten) der ausführliche Theorieunterricht. Die Prüfung (multiple-choice) muss beim Regierungspräsidium in Karlsruhe abgelegt werden. Außerdem erfolgt begleitend die Ausbildung zum Startwindenfahrer, um auch anderen Fliegerkameraden Starthilfe geben zu können. Nach bestandener theoretischer Prüfung und abgeschlossener C-Prüfung kann dann die praktische Prüfung zum Segelflugzeugführer mit einem vom Regierungspräsidium bestimmten Prüfer erfolgen. Ab diesem Zeitpunkt darf dann zum ersten Mal ein Fluggast mitgenommen werden.

Für Flüge über die Umgebung des Flugplatzes hinaus ist ein beschränkt gültiges Sprechfunkzeugnis (sogenanntes BZF) nötig, welches im Rahmen der Theorieausbildung in deutscher (BZF II) oder englischer und deutscher Sprache (BZF I) mit erworben wird.

Die Ausbildung im Rahmen eines Vereins ist sehr fundiert, die direkte Betreuung und ausreichende Flugerfahrung der Flugschüler somit gewährleistet. Allerdings dauert sie im Gegensatz zur Ausbilung in der Flugschule auch länger - im Schnitt werden bis zum ersten Alleinflug einige Monate, bis zum Segelflugschein ein gutes Jahr benötigt. Zudem ist es esentiell, im Verein mitzuwirken; nur so lernen die Flugschüler auch den handwerklichen und technischen Umgang mit den Flugzeugen, der Seilwinde und allen Aspekten des Segelfliegens.

Natürlich hängt die Dauer der Ausbilung vom Engagement der Schüler ab. Durch die ehrenamtliche Tätigkeit aller Mitglieder des Vereins ist Fliegen lernen nicht teuer, aber es erfordert viel Zeit. So sollten im Sommer pro Monat mindestens zwei Wochenenden fürs Fliegen eingeplant werden. Im Winter nimmt die Werkstattarbeit Zeit in Anspruch. Wie allgemein üblich und um späteren Überraschungen vorzubeugen, müssen alle Flugschüler bereits vor Beginn der Ausbildung ihre Flugtauglichkeit nachweisen, die gesetzlich zum ersten Alleinflug vorgeschrieben ist.

Für weitere Informationen ist unser Ausbildungsleiter jederzeit ansprechbar.

Berechtigung für Motorsegler (TMG)

Die Berechtigung zum Führen des Motorseglers erfolgt aufbauend auf den Segelflugschein und kann auch erst nach Erhalt der Segelfluglizenz begonnen werden. Sie wird als gesonderte Berechtigung in die Segelfluglizenz eingetragen, eine Theorieprüfung ist nicht mehr notwendig. Alternativ kann der Motorseglerschein im Rahmen einer LAPL (light aircraft Pilot license) auch direkt erworben werden. Inhaber einer Motorfluglizenz (PPL-A) können eine Klassenberechtigung zum Führen von Reisemotorseglern erlangen.

Vorgeschriebene Highlights der praktischen Ausbildung sind das Landen auf größeren Flugplätzen wie Mannheim, Saarbrücken oder Stuttgart und ein 150km-Alleinflug mit mindestens einer Zwischenlandung. Auch beim Motorsegler ist eine praktische Prüfung notwendig, in der auch die theoretischen Besonderheiten aus den Fächern Aerodynamik, betriebliche Verfahren, Flugleistungen, Flugplanung, allgemeine Flugzeugkunde und Navigation mit abgeprüft werden. Insgesamt umfasst die auf die Segelfluglizenz aufbauende Ausbildung mindestens sechs Flugstunden (davon vier mit Fluglehrer).

Besondern reizvoll am Motorsegler ist die größere Unabhängigkeit. Nun können problemlos andere, auch weit entfernte Flugplätze angeflogen werden. Mit unserem Motorsegler wurden bereits häufig große Flugreisen nach Berlin, an die Nord- und Ostsee und nach ins nahe Ausland unternommen.

Die Motorfluglizenz PPL(A)

Im Rahmen der Kooperation der Motorfluggruppe mit dem Badisch-Pfälzischen Flugsportverein ist eine direkte Ausbildung mit dem Ziel des Erwerbes einer Motorflugberechtigung (PPL(A)/SEP) möglich. Alternativ kann eine Umschulung für Segelflug-Scheininhaber über der Motorsegler auf den PPL(A) erfolgen.